Das Wissensmonopol ist gefallen
Nichts neues unter der Sonne, werdet Ihr denken - und so offensichtlich wie es ist, gelebt habe ich nach dieser Erkenntnis schon lange, aber ausgesprochen habe ich sie erst heute.
Wissen ist Macht - nicht wissen macht nichts? Nun ja, ich habe heute ein interessantes Gespräch geführt (Mund zu Ohr und wieder zurück, kein Chat, keine eMail, kein …) - es ging darum, dass man manchmal arrogant wirkt, so als hätte man es nicht nötig, anderen zu zuhören und von ihnen zu lernen. Ja, so wirke wohl auch ich manchmal.
Das ist keinesfalls beabsichtigt, es ist auch keine Abneigung dagegen etwas zu lernen - im Gegenteil, lernen ist mein Hobby, ich lese mich teils Tagelang nur in neues ein, damit ich damit “was anfangen” kann, schon mal davon gehört habe und mitreden kann.
Wieso also diese Ausstrahlung habe ich mich gefragt, am Lernwillen kanns nicht liegen. Das Ergebnis ist so simpel und offensichtlich, dass ich es nicht glauben wollte:
Es gibt kein Wissensmonopol mehr. In dem Moment, in dem mit jemand unsympathisch ist gibt es für mich keinen Grund Informationen von demjenigen haben zu müssen. Im Internet gibt es Informationen zu jedem nur erdenklichen Thema, wenn ein Prof es nicht einsieht, etwas so zu erklären, dass man es versteht, ist man nicht darauf angewiesen, ihn solange zu Bauchpinseln, bis er es doch tut - man geht ins Internet, meistens auf Google und sucht sich die Infos, die man braucht.
Wer nicht bereit ist, mit mir ordentlich umzugehen, der braucht mir auch nichts beibringen. Das Internet stellt mehr Informationen zur Verfügung, als man aufnehmen kann, man ist nicht mehr auf Gedeih und Verderb auf den einen Menschen angewiesen, den man dazu bringen muss, einem Infos zu geben.
Daraus resultiert eine gewisse Überheblichkeit insofern, als dass man sich nicht mehr Bedingungslos unterordnen muss um an Wissen zu gelangen. Man kann es sich plötzlich viel eher leisten jemanden gegen sich zu haben.
Nicht jeder kann mit diesem Wandel umgehen, aber die Überheblichkeit, die man manch einem vorwerfen kann, mag schlicht daher stammen, dass derjenige weiß, dass er an die Informationen, an das Wissen auch ohne eine bestimmte Person rankommen kann. Natürlich gibt es auch hoffnungslose Fälle, die wirklich denken, besser zu sein, als der Rest der Welt - bei vielen dürfte das aber nicht so sein - der Grund eher in einem gesellschaftlichen Wandel denn in mangelndem Interesse und Respekt begraben liegen.
Dieser Artikel basiert auf meiner persönlichen Meinung. Nie mehr einen Artikel verpassen: RSS-Feed abonieren